Fischsymbol Spiritus-Kocher Elefantsymbol

Auf der Suche nach Richtigkeiten gleichen wir Kindern, die im Wald nach Beeren suchen

Die Endlösung

(die Geschichte basiert auf einer Studie der Universität Berkley und der schriftlichen Veröffentlichung dazu von Melissa Miller http://news.berkeley.edu/2016/03/17/preventing-sperms-power-kick-could-be-key-to-unisex-contraceptive)

Es war ein wunderschöner, sonniger Tag. Margret und Tom spazierten durch den Park der Stadt. Endlich war es wieder Sommer. Das Leben pulsierte und beide schlenderten durch das Grün, als Einstimmung auf einen romantischen Abend.

Plötzlich fiel Margret etwas ein. „Tom, ich muss noch zur Apotheke…“. „Nein, lass mal“, meinte er, „ich hab alles dabei was wir brauchen.“ Er lächelte etwas schief, so als ob es ihm nicht recht wäre diese Dinge hier im Park zu besprechen. Margret war jedenfalls beruhigt und beide machten sich auf den Weg in die Wohnung.

Es war ein unvergesslicher Abend. Sie würde ihn nie vergessen. Es gibt Momente, da ist der Lebenssinn keine Frage, sondern eine Antwort. Er ist dann wie ein helles Leuchten, das einen auf Schritt und Tritt begleitet und in dessen Licht plötzlich alles Sinn macht, die schmutzigen Straßen, das schäbige Treppenhaus, die einfache Wohnung. Alles leuchtet in solchen Momenten.

Margret ging gleich am nächsten Tag zur Apotheke, um ihren Vorrat an Pillen wieder aufzufüllen. Ist immer gut so etwas dabei zu haben. In der Apotheke fragte sie nach einer Packung und der Apotheker erzählte ihr so nebenbei, dass man in der medizinischen Forschung vor einem Durchbruch stehe. „Stellen sie ich vor, man hat entdeckt, dass das Sperma des Mannes durch Kontakt mit dem Progesteron der Frau die Kraft bekommt in die Eizelle einzudringen. Wenn es gelänge ein Blockademolekül zu entwickeln, das die Rezeptoren der männlichen Spermien vor einem Kontakt mir dem Progesteron der Frau schützt, dann wird es nie zu einer Befruchtung kommen. Ich bin mir ganz sicher bald gibt es da ganz neue Mittel und es ist dann auch egal wer sie anwendet. Hauptsache das Blockademolekül ist da.“

Margret schenkte dieser Entdeckung keine allzu große Aufmerksamkeit. Es kamen viel zu oft neue Ankündigungen und dann geschah doch nichts. Sie nahm ihre Pillen und verließ die Apotheke.

Sie hatte sich aber getäuscht. Bereits nach wenigen Wochen schon kam Tom mit einem Prospekt an auf dem für ein neues universelles Verhütungsmittel geworben wurde. Es basierte genau auf diesem Prinzip. Das Progesteron wird mit einem Blockademolekül aufgehalten. Man musste einfach nur dafür sorgen, dass dieses Mittel beim Geschlechtsverkehr „dabei“ war und es würde jede Befruchtung verhindern. Sein Name war „Ferteron“. Man konnte es auftragen oder sprühen. Die benötigte Menge war verschwindend gering. Es war auch möglich es als Pille zu sich zu nehmen, egal ob Mann oder Frau. Weil es über die Schleimhäute langsam wieder ausgeschieden wurde war immer sicher gestellt, dass genug davon im entscheidenden Moment vor Ort war.

Allerdings, das Mittel kostete ein halbes Vermögen. Es war nicht einfach herzustellen. Es war ein künstliches Molekül, das Atom für Atom zusammengesetzt werden musste. In den USA, wo es entwickelt wurde, hatte man eine eigene Sorte Bakterie gezüchtet, die nun unter ganz speziellen Bedingungen, dieses Mittel „produzierte“.

Sie schaute auf den Preis. Nein, das war es nicht wert. Die alten Mittel halfen doch auch. Sie gab Tom den Flyer zurück. Irgendwann würde auch dieses Produkt billiger werden, dann hätte sie immer noch Gelegenheit es auszuprobieren.

Und es kam wie es kommen musste, ein halbes Jahr später war im Internet das gleiche Produkt bei einem Chinesischen Händler zu haben und zwar gleich um ein zehntel billiger. Laut Verkäufer genau das gleiche Produkt nur eben in China auf einfachere Weise hergestellt. Margret zögerte. Medizin online kaufen war ein Roulettespiel und gerade in Fragen von Verhütung wollte sie nichts riskieren. Vielleicht wollte sie ja später doch noch einmal ein Baby, da war es schon gut ein wenig vorsichtig zu sein. Wenn einmal ein Schnupfenmittel nicht wirkt, dann ist das nicht schlimm, aber bei Verhütung, nein danke!

Dann kam ein Bericht über das Mittel in den Nachrichten. Ein chinesisches Unternehmen hatte die betreffenden Forschungsdaten in den Vereinigten Staaten gestohlen. Ein Musterbeispiel moderner Industriespionage. So kamen sie in den Besitz der Formel. Dieses Wundermittel zu Verhütung war in ganz kurzer Zeit in ganz China verbreitet.

Dann gab es eines Tages plötzlich Angebote desselben Mittels in viel größeren Mengen und für einen Betrag, der eigentlich nur noch lächerlich war. Margret rief Tom an. Was war hier wohl geschehen.

Tom hatte sich bereits schlau gemacht. Ihn interessierte dieses Thema viel mehr als sie. China hatte die Formel für die Mutation der Bakterie, die das Molekül produzieren konnte, gestohlen. Es hatte dann einen Weg gefunden diese Bakterie unter viel günstigeren Bedingungen halten zu können. China war stolz darauf. Endlich hatte es einmal etwas besser gemacht als die Vereinigten Staaten. China war das erste Land, das dieses Mittel wirklich für die ganze Welt zugänglich machte. Auch unabhängige Stellen bestätigten: das Mittel war dasselbe und sei völlig unbedenklich.

Margret war dennoch misstrauisch. Mit der Zeit würde sich zeigen was hier nicht stimmte. Mit ihr würden sie jedenfalls nicht rumprobieren.

Dann war sie wieder einmal mit Tom zusammen und er zog eine kleine Packung mit dem neuen Verhütungsmittel aus seiner Tasche. „Nein Tom“, sagte sie, „ich nehme das nicht.“ „Brauchst du auch nicht“, erwiderte er, „ich nehme es ja.“ Sie wollte nicht, er bestand darauf. Auch sein Arzt hatte ihm gesagt es sei völlig unbedenklich. Das Mittel sei viel zu einfach und viel zu speziell, um irgendwelche Nebenwirkungen zu haben. Man musste es allerdings mehrere Tage im Voraus nehmen, damit es sich auf allen Schleimhäuten ausbreiten konnte. Er hatte es schon seit längerer Zeit genommen und Margret nichts davon gesagt.

So konnte Margret auch nichts dagegen unternehmen und nach einiger Zeit fand sie auch nichts mehr dabei. Das Mittel hatte tatsächlich überhaupt keine Nebenwirkung, beeinträchtige nicht die Psyche und man fühlte sich einfach nur wohl.

Dann kam sie, die Verlautbarung der Regierung, offiziell und im Fernsehen:

 

Amerika hatte als Ausgangsbakterie für die Herstellung von „Antitron“ eine sehr kurzlebige, spezielle Bakterie verwendet, die dann m utiert wurde, um das Verhütungsmittel zu „produzieren“ genauer gesagt es als Abfallprodukt ihres Stoffwechsels auszuscheiden. Die Haltung und Pflege dieser Bakterie war teuer und kompliziert. Wie sich später herausstelle war dies von den Produzenten in Amerika vorsätzlich so geplant.

China hatte für diese Mutation eine ganz einfache und alltägliche Coliforme Bakterie verwendet. Sie war leicht zu züchten und lebte und vermehrte sich unter ganz normalen Bedingungen.

Diese Bakterie wurde dann in China erneut gestohlen und jeder Kleinproduzent fing an das Verhütungsmittel herzustellen. Auch in Indien begann die Produktion. In einer Routineuntersuchung wurde dort dann festgestellt, dass die Bakterie die Laborumgebung verlassen hatte. Sie vermehrte sich bereits in freier Natur und konnte in Indien im Trinkwasser nachgewiesen werden.

Eine Verbreitung über die ganze Erde ist nicht mehr aufzuhalten. Es besteht keine Gefahr für das Leben. Allerdings gibt es eine bis an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass der Natürliche Zeugungsprozess in naher Zukunft unter normalen Bedingungen nie mehr fruchtbar sein wird.

Partner, die in Zukunft Kinder wollen, müssen sich in eine mindestens dreitägige sterile Quarantäne begeben.“

 

Margret war sprachlos. Ihr schwindelte. Die Welt hatte sich unwiderruflich verändert. Nein, man brauchte keine Verhütungsmittel mehr. Jetzt brauchten alle die Kinder wollten, massive ärztliche Zeugungshilfe.

Wenige Tage darauf kam die Meldung, dass die mutierte Bakterie sich auch im menschlichen Verdauungstrakt eingenistet hatte. Die Gesundheit sei nicht bedroht, aber eine Zeugung auf natürlichem Weg wäre in einem solchen Fall ausgeschlossen, weil „Ferteron“ direkt im Körper hergestellt wurde. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass in wenigen Jahren die gesamte Menschheit diese Bakterie in der Verdauung haben wird. Zeugung wird nur noch auf künstlichem Weg mit anschließender Einpflanzung im Uterus möglich sein.

Jetzt war es so weit. Mittellose und arme Menschen konnten keine Kinder mehr bekommen. In ein paar Jahrzehnte würden alle armen Länder menschenleer sein. Und wenn Strom und Technik ausfielen, dann war die ganze Welt unfruchtbar. Die Menschheit hatte das Elternhaus der Natur ein für allemal verlassen und war für immer in die sterilen Gänge der verbesserten Welt eingezogen.

 

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Es war einmal

Es war einmal ein Land in dem lebte die eine Hälfte der Menschen unten im Tal, die andere Hälfte oben auf den Bergen.

Denen im Tal ging es gut, sie hatten alles was sie brauchten. Oben auf den Bergen aber fehlte es an allem und jeder hatte Krieg mit jedem.

Leider gab es keinen Weg von den Bergen in das Tal und wer hinunter wollte musste einfach in den Abgrund springen und hoffen, dass er lebend unten ankam.

Viele versuchten ihr Glück und sprangen aufs Geratewohl und starben. Das Tal füllte sich mit den Toten die in ihrer Verzweiflung gesprungen waren und die Leute im Tal wussten nicht was sie tun sollten.

Die einen sagten, man muss unten etwas bauen, damit die Springer nicht sterben, sondern sicher landen. Die anderen sagten man muss oben etwas bauen, damit sie nicht springen können. Wieder andere sagten man solle die Toten wieder nach oben werfen, damit man oben merke, dass ein Sprung sinnlos ist. Die vierte Gruppe sagte man muss das Leben oben schöner machen, damit sie erst gar nicht springen wollen.

Doch den meisten war es völlig egal. Sie ließen sich in ihrem Leben nicht stören. Es war ihnen gleich, dass sich vor ihrer Haustür die armen Leute einfach zu Tode sprangen.

Am Ende wurde nichts unternommen.

Es war einmal ein Land in dem lebte die eine Hälfte der Tiere unten im Tal, die andere Hälfte oben auf den Bergen. Den Tieren im Tal ging es gut, sie hatten alles was sie brauchten. Oben auf den Bergen aber fehlte es an allem. Es gab keinen Weg hinunter und jedes Tier das ins Tal wollte musste einfach springen. Alle Tiere die sprangen kamen dabei um.

Die Tiere unten im Tal konnten auch nichts tun.

Ja, früher einmal vor langer Zeit, als sie noch Menschen waren, da hätten sie etwas tun können…

 

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Der Canyon

Sein Name war John Single. Er war der Wächter am Abgrund. Er war die letzte Gnade Gottes. Er schaute hinaus in die Tiefe des Canyons vor ihm. Eine tiefe Schlucht genau vor seinen Füßen. Aber er hatte keine Angst. Dieser Abgrund war sein Schicksal. Er war hier zuhause, schon eine lange Zeit. Zu lange wenn man sein Alter in Betracht zog. Er war in einer Höhle mit einer breiten Öffnung zu Abgrund hin, einige Meter unter der eigentlichen Oberfläche und direkt unter einer nach vorne ausgesetzten kleinen Plattform, auf der immer die Touristen standen, die den Canyon besichtigten. Die Höhle war unbekannt und lag einige Meter zurückgesetzt unter einem fast waagrechten Überhang. So war sie von oben nicht zusehen.

Der Canyon war trocken. Das Wasser hatte weiter oben im Flussbett eine natürliche Höhle freigelegt durch die es jetzt floss, um einige hundert Meter weiter unten wieder in den Canyon einzutreten. Das trockene Stück war so durch den Canyon nicht erreichbar. Die Schlucht selber war unten viel zu schmal als das man mit einem Hubschrauber hätte hinunter fliegen können. Aber die Gegend war von Höhlen durchzogen und John kannte einen Weg, der durch dieses Labyrinth hinunter zum Grund der Schlucht führte.

Seine Höhle war gut eingerichtet, bescheiden, aber es war alles da was er brauchte. Nach hinten gab es genug Platz, auch einen abgetrennten Raum mit Bett und Regalen in denen sich Bücher und Habseligkeiten befanden. Auch sonst gab es noch viele Nischen in denen alle möglichen Gegenstände herumlagen.

Plötzlich hörte John oben auf der Plattform Stimmen. Sie näherten sich dem Sicherheitsgeländer, dann hörte man Kampfgeräusche und wenige Sekunden später stürzte ein Mann in den Abgrund. Der Mann schrie laut um Hilfe. John konnte es hören, weil das Echo alle Geräusche direkt in die Öffnung seiner Höhle trug.

John sprang auf und betätigte den Hebel einer sonderbaren Mechanik, die an der Unterseite des Überhangs montiert war. Es war ein Netz, das über zwei Seile mit der gegenüberliegenden Wand des Canyons verbunden war. Zwei Rollen leiteten die Seile zurück und über zwei weitere Rollen auf der Seite der Höhle gingen die Seile hinunter. An beiden waren Felsblöcke befestigt, die bei Betätigung des Hebels hinunterfuhren und das Netz über den Abgrund hinaus auszogen. John hatte genau im rechten Augenblick den Hebel gezogen. Der Abstürzende fiel direkt in das Netz. Die Felsen an den Seilen bewegten sich auf und ab und nahmen so den Schwung. John holte das Netz ein, befestigte es und der Gerettete betrat die Höhle.

„Was war denn los?“ fragte John den ganz verwirrten Herrn. „Ich weiß auch nicht“, stammelte der, „mein bester Freund wollte mich gerade töten und hat mich über das Geländer in den Abgrund gestoßen. Ich fass’ es nicht!“

„Ganz ruhig.“ Meinte John. „Dafür bin ich ja hier. Niemand fällt in diesen Abgrund, der nicht hineinfallen will.“

„Fängst du hier alle auf die Abstürzen?“, fragte der Andere.

„Nein“, sagte John, „nicht alle. Nur die, die leben wollen.“

„Das versteh ich nicht“ sagte der Gerettete, „du lässt andere einfach abstürzen? Hast du den Verstand verloren?“

„Ich fange nur die, die leben wollen. Alle die unbedingt sterben wollen fange ich nicht.“

Entsetzt blickte der Mann ihn an. „Was, ich glaub’s nicht. Und wie merkst du, ob einer fallen will oder nicht?“

„Ich kann es hören. Jeder der um Hilfe schreit wird gefangen. Jeder der stumm bleibt möchte sterben. So einfach ist das.“

„Oh Mann, und wie viele sind es die du einfängst und wie viele fallen durch?“

„Die meisten die springen, wollen sterben. Aber immer wieder gibt es welche, die es auf den ersten Metern bereuen und um Hilfe schreien. Diese fange ich dann ein. Oder es sind Leute wie du, die gewaltsam gestoßen werden. Die schreien auch und kommen ebenfalls in mein Netz.“

Der Eingefangene sagte nichts mehr und sah sich um. Schließlich frage er: „Und jetzt, wie geht es weiter?“

„Hier, es gibt einen kleinen Höhlenpfad nach oben, der kurz hinter dem Parkplatz heraus kommt, durch diesen kommst du hinauf. Die Tür oben geht nur von innen auf und wird sich selber wieder schließen. Du kannst nicht zurück ohne Schlüssel. Nimm also jetzt gleich mit was du brauchst. Hier liegt so manches herum, du darfst dir nehmen, so viel du willst.“

Verwundert sah der Mann sich um. Es lagen dort ziemlich viele Sachen. Persönliche Gegenstände, Handys, Geldbörsen voll mit Geld und Papieren. Sogar Autoschlüssel und Kleidung, es war gruselig.

„Die Sachen habe ich alle vom Grund der Schlucht. Sie gehörten denen die Sterben wollten. Du kannst haben so viel du willst. Sogar ein paar Autos habe ich in einer Bergnische oben geparkt, du kannst eines haben.“

Der Mann sah sich um - da lag tatsächlich auch eine Pistole. Wenn er sich beeilte erwischte er vielleicht sogar noch seinen Mörder. Er nahm sie, prüfte ob sie geladen war, nickte befriedigt und steckte sie dann in seinen Gürtel. Schließlich nahm er sich noch einiges Geld aus den Börsen und rannte dann durch den Gang nach oben.

Ganz außer Atem kam er auf dem Parkplatz an und erwischte seinen Freund noch am Auto.

„Du wolltest mich umbringen!“ schrie er ihn an. „Da bin ich wieder du …“ Und er verpasste ihm eine Kugel, schleifte ihn zum Abgrund und warf ihn hinunter. Diesen würde der Typ da unten nicht einfangen, dachte er, denn er sagt ja nichts mehr. Dann stieg er ins Auto und fuhr davon. - Er war Bill Cautwigh, ein berüchtigter Verbrecherboss in der nahen Kleinstadt – und ein paar seiner Männer hatten jetzt ernste Probleme.

 

John ging derweil in seiner Höhle umher und machte das Netz wieder startklar. Dann sah er den Toten vorbei fallen - und griff nach seinem Rucksack. Der Abstieg war ziemlich lang und beschwerlich. Er würde erst gegen Abend zurück sein. Früher als er noch jünger war ist es schneller gegangen, aber jetzt musste er langsam machen. Mal sehen, was der Tote so bei sich hatte. Es würde dem nächsten Geretteten zugute kommen.

 

Bill war jetzt auf Kriegspfad. Er würde jeden finden, der mit seinem Tod einverstanden gewesen war und ihn beseitigen. Die eigenartige Höhle allerdings ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. All das Zeug der zu Tode Gestürzten. Es musste einiges wert sein, die Autos, die Handys, der Schmuck.

Langsam keimte in ihm ein böser Gedanke. Schlimm und schrecklich, aber ihm als Verbrecherboss würdig. Er würde sich all das Zeug holen. Nur wie, das war noch die Frage.

Die Tür zu Höhle war zu gut gesichert und zu eng gelegen, um sie aufzubrechen. Es gab aber eine einfache Möglichkeit in die Höhle zu gelangen. Man musste springen. Natürlich so, dass Der Typ unten einen auffing. Ging doch eigentlich ganz gut. Er hatte es ja schon an eigenem Leib erfahren.  Bald würde er mit einigen seiner Kumpels wieder am Canyon sein - und jemanden mit viel Lärm hinunter werfen. Dann würde er an der Tür warten. Das würde schon klappen.

 

John war zurück von seiner Reise zum Grund der Schlucht. Er hatte so manches gefunden, ein Foto von Frau und Kindern des Toten, Geldbörse, Handy und eine Waffe. All das würde zu den anderen Sachen kommen. Es gab keine Ausnahmen.

Dann bestellte er sich mit dem Handy Essen in der Stadt. Es gab für Touristen Lieferservice, der bis zum Canyon fuhr. Er selber wartete dann immer schon auf dem Parkplatz und nahm alles entgegen. So ließ es sich leben. Wasser gab es genug in den Höhlen. Bequem war es nicht, aber es reichte.

 

Bill machte sich schon am nächsten Morgen mit einigen Leuten auf den Weg zum Canyon. Am Geländer angekommen wählte er einfach einen seiner Begleiter und versuchte ihn mit viel Geschrei über das Geländer zu werfen, aber die anderen hinderten ihn plötzlich daran und warfen am Ende ihn selber hinunter. Mist, dachte Bill, ich hätte meinen Kriegspfad vorher zu ende sollen, dann fiel er und schrie - und landete direkt im Netz, das John wieder ausgefahren hatte.

Klappt ja alles perfekt, dachte sich Bill, zog seine Pistole und erschoss John auf der Stelle. Seine Leiche warf er in den Abgrund. So ein Depp, dachte er, und jetzt gehört hier alles mir. Die Kumpels oben waren auch schon so gut wie tot. Bill sah sich um. Er zählte all die Autoschlüssel, das Geld, den Schmuck. Er betrat das hintere Zimmer, in dem das Bett und einige Regale standen. Sein Kopf schwirrte. So viel Zeug und alles war seins. Niemand würde diese Sachen je vermissen. Alle Besitzer waren tot. Die ganzen Pässe und Dokumente. Ein Vermögen wert! Alles drehte sich vor Bill’s Augen. So einen Fang hatte er noch nie gemacht.

Er entdeckte auf einem Regal eine Reihe von Büchern, die mit Hand geschrieben waren. Lagepläne der Höhlen, Baupläne für die Netzmechanik und Tagebücher der hier zu Tode Gestürzten. Eines davon lag gesondert von den Anderen, es war rosa und mit kunstvollen Stoffblümchen früherer Zeiten verziert. Es musste schon viele Jahrzehnte alt sein. Bill schlug es auf. Die ersten Seiten waren mit einer zierlichen Mädchenhandschrift beschrieben. Bill las in dem Tagebuch Einträge von Kindergeburtstagen, von Schulaufgaben, die nicht gut verliefen. Er las vom Vater, der von einem Verbrecher über das Geländer am Canyon gestoßen wurde, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte, von der Mutter, die diesen Tod nicht verkraftete und später selber sprang. Und er las den letzten Eintrag des Mädchens: „Lieber Gott, mach bitte, dass niemand mehr, der es bereut oder der es gar nicht will, in diesem Canyon sterben muss.“ Das Tagebuch war zerkratzt und geknickt. Das Mädchen musste es beim Sprung im Arm gehalten haben.

Dann kamen neue Einträge. Harte Männerhandschriften. Mit Blut geschrieben. Jeder Eintrag war nur knapp einen Absatz lang und begann mit dem Namen eines Mannes. Der erste Eintrag von allen war anders. Er begann mit „Ich kenne die Höhlen hier. Ich habe im Canyon immer die Toten geplündert, bis ich eines Tages dieses Tagebuch fand…“

Dann plötzlich ließ Bill das Buch fallen und es wurde dunkel in seinem Kopf. Es erschien etwas. Es war die Gestalt eines kleinen Mädchens, das sich in freiem Fall zu befinden schien, ihn ansah und voller Angst um Hilfe schrie. Es schrie ohne aufzuhören. Er hielt sich die Ohren zu, aber es half nichts, der Schrei hörte nicht auf. Er machte ihn wahnsinnig.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erhob sich Bill. Es lenkte ihn wie eine fremde, unbekannte Macht. Er konnte nicht anders. Dieses kleine Mädchen...

Zitternd nahm Bill die Schreibfeder die dort lag, stach sich in den Finger und während das Schreien in seinem Kopf langsam aufhörte begann er auf einer neuen Seite zu schreiben: „Mein Name ist Bill Cautwigh. Ich bin der Wächter am Abgrund. Ich bin die letzte Gnade Gottes…“

 

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Die Lebenslüge

Die Gänge des Krankenhauses leuchteten in matten Blau. Eva trug eine Schutzbrille, deren Gläser kristallblau spiegelten. Alle trugen hier so eine Brille. Das ganze Krankenhaus war in ultraviolettes Licht getaucht, um resistente Keime zu bekämpfen. Es war die einzige Möglichkeit dieser Bakterien Herr zu werden. Die UV Strahlung war gerade so stark, das kein Einzeller lange genug lebte um sich zu multiplizieren.

Sie betrat ein Krankenzimmer. Dort lag ihr Mann Dieter und befand sich in einem Dauerschlaf, den die Schmerzmittel ihm auferlegten. Dieter hatte Krebs. Einen der sich unglaublich schnell ausbreitete. Ohne diese Mittel hätte er so grausame Schmerzen, dass er in regelmäßigen Abständen aufschreien und Minutenlang um sich schlagen würde, bis die Schmerzen ihn dann wieder in ein natürliches Koma befördert hätten. So half man eben der Natur bei der Arbeit indem man den Todkranken bewusstlos hielt.

Die Ärzte hatten ihr geraten ihm nicht zu sagen, dass er sterben würde. Sie hatte lange mit sich gerungen ihn anzulügen. Aber jedes Mal wenn er sie damals fragte wie es um ihn stehe, hatte sie gesagt alles wird gut. Und es war gelogen. Sie fühlte sich unglaublich elend. So etwas war nicht gut. War das nicht eine Lüge von der Dieter auch irgendwie ahnen musste, dass sie nicht stimmte?

Man hatte ihr vor wenigen Tagen ein Angebot gemacht. Es gab eine ganz neue Technik in der Schmerzbekämpfung. Sie befand sich erst in der Entwicklung, aber an Ihrem Mann könnte sie zum ersten mal getestet werden. Sie hatte eingewilligt. Es gab ohnehin keine Hoffnung mehr und Dieter war immer so technikbegeistert gewesen, er hätte sofort zugestimmt, sie wusste das. Heute, jetzt sollte die Behandlung beginnen. Darum hatte sie sich von der Arbeit frei genommen, darum war sie hier.

Ein Team von Ärzten betrat das Krankenzimmer. Sie hatten gar nicht viel dabei, einen Laptop und eine Art Halskrause, die mit einer Unmenge von Kabeln an einen größeren Apparat angeschlossen war. Eva hatte keine Ahnung für was das gut sein sollte.

Das Team begann konzentriert zu arbeiten, Programme wurden gestartet, viele Kontrolldioden begannen zu leuchten und zu blinken. Schließlich wurde Dieter der verkabelte Ring um den Hals gelegt und der Apparat begann zu arbeiten. Mehrere Messinstrumente wurden eingesetzt, Werte aufgezeichnet, Einstellungen vorgenommen und angepasst. Alles geschah in höchster Präzision. Nach einiger Zeit zeigte sich Zufriedenheit auf den Gesichtern des Personals. Man überprüfte die Funkverbindung mit dem Hauptcomputer und damit war der neuartige Eingriff abgeschlossen.

Alle verließen das Zimmer, nur der Forschungsleiter blieb zurück und erklärte Eva was sie gemacht hatten.

„Die Halskrause ist eine Art Filter. Sie generiert eine Kombination aus Schwingung und Strahlung, die alles filtert was durch sie hindurchgeht. Ist eine ziemlich komplizierte Sache, aber wir haben entdeckt, dass es möglich ist mit der richtigen Form von Schwingung und Strahlung, die Botensignale der Nerven zu filtern, oder besser gesagt so zu verändern, dass bestimmte Inhalte dabei gelöscht werden. Gerade bei den überstarken Schmerzen ist es gar nicht so schwierig die Modulation ausfindig zu machen, die für die Übertragung dieser Schmerzen verantwortlich ist. Sie lässt sich vergleichsweise leicht von den anderen Übertragungen abgrenzen. Das ist es was diese Halskrause leistet: sie lässt die Lebensfunktionen hindurch, aber sie filtert den Schmerz und das „sich krank Fühlen“ aus. Es kommt nicht mehr beim Gehirn und beim Bewusstsein an. Ab jetzt sind alle anderen Schmerzmittel für Dieter abgesetzt. Wenn alles klappt müsste er in ein paar Stunden aufwachen und völlig Schmerzfrei sein.“

Der Arzt verließ das Zimmer und Eva war allein. Wie lange würde es wohl dauern bis Dieter aufwachte? Sie hatte Zeit. Dieter sehen, wach und ohne Schmerzen, das war die beste Nachricht seit langem. Sie würde nicht von ihm weichen, wenn er die Augen aufmachte würde sie da sein.

Jetzt hatte sie noch ein paar Stunden. Sie ging sich einen Kaffee holen, etwas Verpflegung, fand unten am Kiosk ein Buch, das sie lesen würde. Sie kam an verschiedenen Krankenzimmern vorbei. Es gab noch viele andere Krebskranke hier. In einem Zimmer hörte sie Weinen und ohne lauschen zu wollen blieb sie unwillkürlich im Gang stehen. Sie hörte von Innen wie eine Frau sprach: „Nein, Hans, du wirst nicht mehr gesund. Die Ärzte geben dir noch drei Monate, dann wird es zu ende sein. Sie haben mir geraten es dir nicht zu sagen, aber ich kann nicht. Ich muss dir einfach die Wahrheit sagen.“ Es folgte eine lange Stille und Eva ging weiter. Diese Frau also hatte ihren Mann nicht angelogen. Wieder war sie mit sich im Zwiespalt und schwankte zwischen Reue und dem Wissen das Richtige getan zu haben.

Wie würde das eigentlich werden, wenn ihr Mann jetzt dann bald aufwachen würde? Sie erschauerte.

Sie betrat das Krankenzimmer ihres Mannes und bereitete sich auf eine lange Nacht vor. Langsam wurde es Abend. Das Buch war nicht schlecht. Sie lass es bis sie müde wurde und einnickte. Dann plötzlich schreckte sie eine Stimme aus dem Schlaf: „Eva, du bist hier?“. Sie war sofort hellwach und sah in das Gesicht ihres Mannes, der sich ein wenig aufgerichtet hatte. Es war völlig ruhig und - schmerzfrei. Eva konnte es nicht glauben. „Dieter“, rief sie viel zu laut, „Dieter, wie fühlst du dich?“ „Prima“ sagte er, „irgendwie … hab ich Hunger. Hast du nichts zum Essen da?“ Sie wollte ihm allen Kaffee und alle Chips und Sandwiches die noch da waren reichen, aber dann besann sie sich. Es wäre doch wohl besser erst den Arzt zu rufen.

Der Arzt betrat aber im gleichen Augenblick schon das Zimmer. Die Überwachung hatte auf dem Zentralrechner gesehen, dass der Forschungspatient aufgewacht war und so waren sie natürlich alle gleich losgelaufen um sich das anzusehen.

„Darf ich ihm etwas zu essen geben“, fragte Eva gleich. „Hm, warum nicht“ meinte der Arzt, „wenn er Hunger hat. Schön, dass er wieder Hunger hat.“ Der Arzt wirkte erstaunt und erfreut über den Hunger des Kranken. „Klar, geben sie ihm was!“ Eva ließ sich das nicht zweimal sagen und begann ihren Dieter zu füttern. Aber er konnte zum erstaunen aller seinen Arm bewegen und zog es schließlich vor selber zu essen.

„Man ist das Sandwich gut. Ist eine Ewigkeit her, dass ich so einen Hunger hatte und mir das Essen so gut schmeckte“, sagte er. Und er bis kräftig in den Toast und kaute und schluckte. Es war für alle eine Genugtuung. Für Eva, weil Dieter wieder so war wie früher. Er hatte für sein Leben gerne gegessen. Für die Ärzte, weil der neue Schmerzfilter ganz offensichtlich gute Ergebnisse zeigte. Alles wurde aufgezeichnet und gespeichert. Das war ein Durchbruch. Hier wurde gerade Medizingeschichte geschrieben. Über die Konsequenzen dieses Erfolges war sich wohl noch keiner richtig im Klaren.

Eva und Dieter unterhielten sich ewig. Er wollte alles wissen, Fußball, Aktienkurse, alles. Sie erzählte was sie wusste oder sie googelten es zusammen im smartphone. Sie hatten einen richtigen Spaß. Ganz tief im Innern war Eva aber nicht wohl dabei. Sie wusste, Dieter war nicht gesund, er hatte nur keine Schmerzen mehr. Er spürte die Krankheit nicht, aber sie war natürlich immer noch da. Aber auch Dieter wusste, dass er nicht ganz gesund sein konnte. Allerdings über die Halskrause wusste er noch nicht Bescheid.

„Darf ich ihm seine Halskrause erklären“, fragte sie, „oder soll ich lieber nichts sagen? Der Arzt dachte ein wenig nach, dann meinte er: „Ja, erklären sie es ihm ruhig. Dürfte kein Problem sein.“

Jetzt erzählte sie Dieter alles, seine Krankheit, sein Schmerzkoma, dass er nicht mehr lange hatte und eben, dass er diese Halskrause trug, die machte, dass er nichts merkte. Dieter hörte zu, aber es machte ihm wider Erwarten nichts aus. Er fühlte sich gut. „Hör auf vom Tod zu reden, wen interessiert das“, sage er. „Ich will mit dir zusammen sein. Ist lange her, dass wir solchen Spaß hatten“.

Die Ärzte waren schon lange gegangen und es wurde morgen. Eva war todmüde. Sie würde sich noch paar Tage frei nehmen, auf jeden Fall. Aber jetzt musste sie erst einmal richtig schlafen. Sie verabschiedete sich, überließ Dieter ihr Handy und fiel daheim direkt ins Bett.

Spät am Nachmittag wachte sie auf und ging sofort wieder ins Krankenhaus. Wie es Dieter wohl ging. Als sie in das Krankenzimmer trat, war sie ganz aufgeregt. Da saß Dieter am Tisch und hatte einen Laptop des Krankenhauses vor sich. Er schaute sie lächelnd an und sagte: „So gut ging es mir schon lange nicht mehr“. Die Ärzte hatten die Apparatur durch eine kleinere ersetzt, jetzt nachdem alles gut lief konnten eine ganze Menge Messungen und Kontrollzyklen gestrichen werden und die ganze Apparatur passte in einen kleinen Kasten, den Dieter auf seinem Rücken trug. Mit seiner Halskrause, seinem blinkenden Apparat auf dem Rücken und der coolen UV-Sonnenbrille sah er so ein bisschen aus wie ein Zukunftssoldat in einer Spezialrüstung. Wenn man sich den Krankenhauskittel wegdachte natürlich.

Sie saßen zusammen am Tisch und aßen und tranken. Dieters Hunger war ungebrochen. Die Ärzte hatten ihm erlaubt zu essen was er wollte. Er würde ohnehin in wenigen Wochen an Krebs sterben. Es war einerlei. Und doch war Dieter so lebendig, so voller Tatendrang. Er küsste Eva leidenschaftlich. Sie war ganz verwundert. Ging in dieser Richtung auch noch etwas? Nur mit der Maschine um den Hals, das war klar. Sie endeten irgendwie auf dem Bett und alles erschien so normal, so gesund. Und doch, Eva wusste, wäre das Halsband weg würde Dieter vor Schmerz sofort in Ohnmacht fallen.

Am nächsten Morgen wachte sie auf - mit Dieter im Krankenbett. Die Schwester hatte kurz hereingeschaut, war aber mit einem Lächeln gleich wieder gegangen. Dieter schlief noch. Sie stand auf und ging unter die Dusche. Sie grübelte nach: war das hier eine Lüge oder war es einfach das Leben? Die Lebensfreude hatte Dieter wieder. War das Leben nicht ein sich gut Fühlen, ohne dass man auf den Zustand seiner Organe und Körperfunktionen acht gab? - Oder war diese Halskrause eine Lüge, die ununterbrochen dem Gehirn erzählte alles sei in Ordnung und Dieter glaubte diese Lüge, obwohl er wusste, dass sie nicht stimmte?

Sie trat aus dem Bad und ging zum Krankenbett. Dieter lag da, ganz friedlich und schlief. Wie lange noch? Sie ließ ihn schlafen und ging sich ein Frühstück holen. Während sie in der Cafeteria saß, hörte sie oben plötzlich hektische Bewegungen und Aufregung. Sofort war ihr klar, dass etwas geschehen sein musste. Sie rannte hinauf zum Krankenzimmer und fand dort das ganze Team versammelt. Dieter war tot. Er war gerade eben an einem Herzinfarkt gestorben.

Sie brach in Tränen aus. Die Krankenschwester nahm sie in den Arm, aber die Tränen hörten nicht auf. Sie weinte hemmungslos.

Die Ärzte machten noch einige Untersuchungen, werteten die letzten Daten aus und fingen an alles zusammen zu packen. Der Forschungsleiter nahm Eva beiseite und sage: „Schauen sie, Dieter ist sicher so schnell gestorben, weil er seinen kranken Körper völlig überlastet hat. Wenn wir ihn weiter im Koma gehalten hätten, hätte er sicher noch einige Wochen überlebt.

Wie soll ein Mensch sterben? Wochenlang im Koma dahin siechend oder nach einer wunderbaren Nacht mit seiner Frau? Versuchen sie doch das ganze von der Seite Dieters zu sehen. Er hat es gewusst und gewollt. Er wusste von seiner Krankheit. Er wollte nicht Koma, er wollte Leben.

Leben ist nicht eine Summe aller biologischen und physischen Daten des Körpers. Leben ist wie eine Geschichte, die auf dem Papier der ablaufenden Lebensprozesse geschrieben steht. Lange Zeit bis zum Tod im Koma liegen ist wie ein Buch mit vielen leeren Seiten am Ende. Das Buch wird davon nicht länger.“

 

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